Ende Mai waren wir mit Celso einem 34 jährigen Dauerhilfspionier, Alison einem 17 jährigen Dauerhilfspionier und Grasielle einer 20 jährigen ungetauften Verkündigerin (welche sich im nächsten Kongress taufen lässt) im Kino.
Wir mussten 1.5 Stunden hinfahren und 1.5 Stunden zurück.
Kinos hier sind in Shopping Center.... Ihr könnt euch die Szenen im Shoppingcenter nicht vorstellen.
Schlimmer als Chinesen waren diese drei... Sie machten Fotos, mit der Rolltreppe, mit ausgestellten Autos und mit den Kinopostern :-)
Sie hatten mega Freude und Rafi und ich auch!!!!
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Die Nacht vom Donnerstag 5. Juni war eine Horror Nacht. Wir hatten wieder mal Stromausfall (immer wenn es stark regnet haben wir Stromausfall) und wir mussten ohne Ventilator schlafen... was so gut wie unmöglich ist... vor allem für Rafael!
Am nächsten Tag Freitag hatten wir einen harten Diensttag... hart in dem Sinne, dass viele ihre Probleme an uns ausliessen und Rat suchten. Wir hörten Sachen die wirklich hart und unmenschliche sind.
Darum lassen wir diese Erfahrungen mal aus.
Tod müde sind wir nach Hause gekommen.
Wieder eine Nacht und diese war auch kurz und schlaflos.
Samstag Morgen sind wir dann um 05:00 Uhr aufgestanden, da um 06:00 bis 10:00 Standdienst angesagt war. Wir gaben 209 Zeitschriften, 4 Bücher und eine Bibel ab.
Diesmal war der Standdienst ein wenig mühsam, da ca. 10 Betrunkene Männer neben uns waren und mega lärm machten.
Eine Frau ist zu einer Schwester gegangen um Zeitschiften zu nehmen. Da sagte diese Frau zu unserer Schwester:" Muss man zu euer Religion beitreten um Männer wie Ihn (sie zeigte auf meinem Mann, auf Rafael) zu haben?"
Die Frauen sind recht billig... Männer leiden hier mehr unter sexuelle Belästigung als Frauen.
Das merkt man vor allem beim Haus zu Haus Dienst. Unsere Brüder vereinbaren so gut wie überall Rückbesuche und geben sie uns Frauen dann ab. Wir Frauen machen dann die Rückbesuche und auf einmal haben diese so interessierten Wohnungsinhaberinnen kein Interesse mehr.
Nach dem Standdienst hatten wir noch ein Studium und dann bin ich nach Hause gegangen und Rafael ging kurz zu Dorgival...
Da erfuhr er, dass wir eine seit 8 Jahren inaktive ungetaufte Verkündigerin von einem weitentfernten kleinen Dorf abholen sollen und diese dann mit ihrem Sohn bei uns schläft.
Man hat diese ungetaufte Verkündigerin beim letzten Hofdienst gefunden, da sie erst seit zwei Jahren hier in unsere Umgebung wohnt.
Also mussten wir das Haus putzen, essen vorbereiten, Bett beziehen und so weiter und das alles so schnell wie möglich, weil wir am Abend Versammlung hatten.
Also holten wir diese Frau ab, welche sehr sympathisch war.... aber ihr Sohn.....grgrgrgrgr.... ein 7 jähriger unausstehlicher kleiner "Goof"... ein Junge, der keine Regeln, keine Erziehung kennt....
Am Liebsten hätte ich auf der Stelle geweint, ich war Tod müde und musste noch diesen Jungen während der Versammlung im Griff haben. Als wäre das nicht genug, musste ich auf einen weiteren 6 jährigen Jungen (Kind einer Studentin von Renata) aufpassen.
Ich gab ihnen Papier und einen Stift und sie zeichneten. Der eine, der Junge der Studentin, zeichnete Autos und so und der andere Junge, der ungetaufte Verkündigerin, zeichnete eine Person, in einer Hand einen Messer und in der anderen eine Waffe.... Ihr könnt euch also vorstelle was für eine Junge das ist.
Dazu kam noch das meine Studentin mit ihrem 1.5 jährigen Sohn auch später noch gekommen ist.
Also wir bekamen so gut wie nichts von der Versammlung mit.
Nach der Versammlung assen wir zu Hause und der Junge gab weiter viel Arbeit. Wir mussten alle Messer an einem für ihm unerreichbaren Ort verstecken.
Auch diese Nacht war kurz und Schlecht. Denn am Sontag mussten wir früh aufstehen um die Frau und den Jungen nach Hause zu bringen um dann noch rechtzeitig um 08 Uhr in der Versammlung zu sein, denn Reparatur Arbeiten waren wieder angesagt.
Also gingen wir, nachdem wir die beiden nach Hause gebracht haben, direkt in die Versammlung und haben dort bis 11:00 Uhr gearbeitet, danach wurden wir bei Renata und Dorgival eingeladen, welche den Vortragsredner und dessen Frau bei sich zu Hause hatten.
Wir assen und hatten es lustig. Aber ich und Renata waren todmüde, darum schliefen wir nachmittags. Die Männer gingen dann Fussballspielen und wir Frauen wurden bei einer anderen Schwester eingeladen.
Es wurde wieder spät und Rafi und ich waren todmüde... Aber diese Nacht, die Nacht vom Sonntag auf Montag schliefen wir endlich 12 Stunden :-)
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Dienstag 10.06 präsentierten das Sonderpionierehepaar, wir, eine Pionierin namens Rosangela (Schülerin), eine Dauerhilfspionier Alison (Schüler), eine ungetaufte Verkündigerin Andresa (Schülerin, welche sich im nächsten Kongress taufen lässt) in einer Schule eine Stunde am Morgen und eine Stunde am Nachmittag unsere Webseite. Wir zeigten Ihnen die Videos über sexuelle Belästigung und wie man einen guten Freund finden kann. Am Ende konnten alle ihre Meinung sagen.... Die Direktorin hat unsere Präsentation sehr gelobt.
Dann hättet ihr unsere Nervosität gesehen und gespürt. Rafael und ich stellten uns auf Deutsch vor und übersetzen dann alles auf Portugiesisch... so hatten wir schnell die Aufmerksamkeit der Kinder und alle hörten zu.
Wir gaben an diesem Tag 2630 Zeitschriften ab und 65 Bücher. Wir hatten nicht mehr Bücher und mussten daher Bestellungen aufnehmen.
Die Schüler sprechen uns jetzt noch auf der Strasse an und bitten um Bücher, vor allem das Buch Fragen Junger Leute.
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Letzten Sonntag begleiteten wir Dorgival und Renata auswärts zu einer Ansprache.
Die meisten grösseren Dörfer in unserer Umgebung haben Unterstützung von Sonderpionieren. So auch diese Versammlung, welche aus 15 Verkündigern besteht.
Dieses Gebiet wird "Pionierfriedhof" genannt, weil die meisten Sonderpioniere hier entweder aufgaben, ihr Amt verloren haben oder ausgeschlossen wurden.
Darum sandte das Bethel nun ganz erfahrene Sonderpioniere Nilson und Rose. Sie waren Jahre lang Kreisaufseher und sind jetzt wieder Sonderpioniere.
In dieser Versammlung muss die Sonderpionierin lesen und so gut wie alle Ansprachen und Demonstrationen machen. Nilson muss alles leiten.
Die Musikanlage wird von einer Schwester bedient und ein Junge ist Mikrofonläufer (was total unnötig ist, da die Mikrofone die meiste Zeit nicht funktionieren).
Da wir zu Besuch waren, hielt Dorgival die Ansprache, Rafael las den Wachtturm und Nilson leitete den WT.
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Hier einige Eindrücke vom Hofdienst....
eine Zisterne
die Küche
so gehen die Meisten Wasser hohlen, da es keine Kanalisation hat
Pause :-)
So das wars unserer Seits. Schreibt uns bitte auch E-mails und so... damit wir auch von euch hören... Wir vermissen euch alle...
Liebe Grüsse aus Brasilien
Jessica&Rafael