Montag, 24. März 2014

Kreisaufseherwoche, Wassermangel etc.

Hallo zusammen.... wir haben viel erlebt und daher viel zu erzählen :)

Vor zwei Wochen sind wir mit dem Sonderpionierehepaar, Kreisaufseherpaar und Bezirksaufseherpaar in der Stadt Bowling spielen gegangen..... Wir waren die jüngsten in der Runde und in Bowling die erfahrensten und trotzdem haben die Sonderpioniere (welche noch nie Bowling gespielt haben), gefolgt von dem Bezirksaufseherpaar und danach Kreisaufseherpaar gewonnen......... Wir nennen dass mal einfach ANFÄNGERGLÜCK :P hihihihi
Von Links:
Bezirksaufseherpaar, Kreisipaar, Sonderpioniere und einfach wir.... :)

Doch wie immer bevor der Kreisaufseher kommt.... wird alles geputzt, aufgeräumt und schön gemacht.... und so haben wir die Ventilatoren geputzt, die Versammlung von aussen neu gestrichen usw.





















Die Kreisiwoche war stress puur.... Wir wurden mit dem Kreisaufseher immer bei den Brüdern zum Mittagessen miteingeladen. Im Durchschnitt waren wir immer ca. 15 Leute am Essen. Weil meistens Stühle fehlten, assen ein Teil am Boden oder stehend. Hauptsache wir waren zusammen.
Bei Brüder zu essen ist zwar schön..... aber auch immer mit Risiko verbunden. Wir essen bei Brüder generell kein rohes Gemüse und Früchte, trinken kein Wasser oder selbergemachte Fruchtsäfte.

Am Vortrag vom Samstag, hat eine meiner Studenten, namens Aline, die Versammlung besucht. Ich war super stolz und hatte riesen Freude.
Zur Zeit hat Rafael 10 Bibelstudien und ich 7. :O)
Da Rafaels Studien überwiegend Frauen sind... werde ich sie in den nächsten zwei Monaten übernehmen. Männer zu finden, welche studieren wollen, ist schwieriger, entweder sind sie betrunken oder nicht zu Hause. Trotzdem haben wir eine schöne Erfahrung gemacht:
Eines Abend, als wir von der Versammlung nach Hause liefen, kam ein Mann und hielt mit dem Velo vor Rafael an und fragte ihn, ob er noch wisse, wer er sei. Rafael erinnerte sich zum Glück noch an ihn und der Mann bat Rafael um ein Bibelstudium. Mit der Mutter (eine strenge Adventistin) studiert Rafael schon, jetzt kann er auch mit ihrem Sohn, mit Alkoholproblemen, studieren.

Drei halbe Tage in der Woche, begleitet Rafael den Sonderpionier Dorgival im Dienst und ich begleite Renata. Wir lernen von Ihnen sehr viel. Sie erklären uns wie wir beobachtend herausfinden können bei welcher Religion jemand ist, ob Baptist, Adventist, Evangelist, 7 Tags Evangelist oder Katholik. Wir mussten diese Religionen kennenlernen, um zu wissen wie am besten zu argumentieren ist.
Nur im Haus zu Haus Dienst werden wir oft mit diesen Themen konfrontiert:
- wir müssen leiden, weil Jesus gelitten hat
- Gott erprobt
- wenn jemand eines natürlichen Todes stirb, dann geht er in den Himmel....wenn jemand auf Grund Krankheit oder Unfall stirbt, dann ist er in Sünde gestorben und geht in die Hölle
-Maria, Mutter Gottes
-Glückliche Familie, wie?
-Wunderheilungen

Dorgival und Renata bei den Studien begleiten zu dürfen ist genial. Auch bei unseren Studien begleiten sie uns und helfen uns, uns zu verbessern.






















Vor einer Woche fiel unsere jüngste Pionierin, Rosangela, die Treppe in der Schule herunter und wurde ins Spital gebracht. Um 16:00 Uhr brachten zwei Schulkollegen sie ins Spital und um 19:00 Uhr waren wir im Dorfspital um sie zu besuchen. Ihr Fuss war total geschwollen und sie weinte fest vor Schmerzen. Auf Grund ihrer Vergangenheit, kann sie in solchen Situationen nicht die Ruhe bewahren und schreit ununterbrochen. Rafael und ich waren geschockt. Das Mädchen tat uns extrem leid. Unser "Dorfspital", was man wirklich nicht so nennen kann, hatte kein Eis für die Schwellung und noch schlimmer kein Röntgengerät. Nachdem sie vier Stunden im heissen Spitalzimmer gewartet hat, wollte der Atzt sie nach Hause schicken.
Renata, liess dies nicht zu. Sie diskutierte mit dem Arzt, verlangte die Spitaldirektorin zu sprechen und schaffte es, dass Rosangela mit dem Krankenwagen zum nächsten Spital mit Röntgengerät gebracht wird.
Da wir nur einen Krankenwagen haben, wollte der Arzt diesen, auf Grund eines vielleicht schlimmeren Notfalls, nicht freigeben. Das wäre der Direktorin aber eine gute Lehre.... damit sie sich einen Ersatzkrankenwagen zulegen.
Im anderen Spital wurde geröntgt und festgestellt, das ihr Fuss nicht gebrochen ist. Trotzdem wurde sie zu einem anderen Spital in einer anderen Stadt gebracht. Dort, wurde ihr Fuss bis zum Knie vergipst. Was ja keinen Sinn macht... aber ja.... no comment!
Rafael und ich hoffen nur..... dass uns hier hoffentlich nichts schlimmes passiert.

Zu all dem Unglück, waren wir noch zwei Tage ohne Wasser :-( Die schlimmsten zwei Tage in Brasilien!!! Kein Wasser um das WC zu spülen, kein Wasser um Geschirr abzuwaschen, kein Wasser um die Zähne zu putzen, kein Wasser um zu duschen, kein Wasser zum Kochen... EINFACH KEIN WASSER!
Unser Nachbar, welcher einen riesen Reservetankt hat, hat uns einen Eimer Wasser gegeben.
Leute.... dass war uns eine riesen Lehre.... und daher haben wir Änderungen vorgenommen:
1. Wir bekommen einmal in der Woche Wasser für unsere Strasse. Wir wissen nie den Tag und die Zeit. Das heisst wir müssen unsere Nachbarn beobachten. Sobald man die Hausfrauen sieht, Wäsche zu Waschen, Haus putzen, Motorrad waschen und Reservetänke füllen.... wissen wir, WASSER IST DA :-)
Das heisst für uns.... Waschen, putzen, Eimer füllen..... eine lange Dusche geniessen :)
2. Das Wasser muss für die ganze Woche reichen. Wir haben gelernt VIEL sparsamer mit Wasser umzugehen. Beim WC-Geschäft Nummer 1 zum Beispiel spülen wir nur jeder zweite Mal.
Beim Hände waschen, machen wir unsere Hände kurz Nass, stellen den Hahn ab, seifen unsere Hände ein und machen den Wasserhahn kurz an.
Geduscht wird auch kurz und bündig.
3. Wir haben einen noch grösseren Reservetankt gekauft und mit Regenwasser gefüllt. Im worst case können wir mit dem Wasser, das WC spülen und afrikanisch duschen :), und und und.



Hier zu leben ist eine riesen Umstellung. Ohne Auto, ist das ganze noch einiges schwieriger. Doch der Dienst macht wirklich alles wieder gut. Es ist so.... man freut sich morgens um 06:30 Uhr aufzustehen, weil man weiss, man wird einen harten aber einen sinnvollen Tag haben.
Die Leute hier glauben an einen harten, bösen und ungerechten Gott und trotzdem lieben sie ihn. Wenn wir anhand der Bibel all die Lügen aufdecken und wie in 1.Joh. 4:8 steht zeigen, dass Gott wirklich LIEBE IST... Das macht wirklich Freude.

Die Hitze lässt unser Blutdruck auch fallen und macht besonders mich, Jessica, müde. Ich habe ein durchschnittlicher Blutdruck von 95 zu 65 und Rafaels ist perfekt.... Seht ihr ja auf dem Bild :)

Rafael darf z.B. alle Einladungen für das Gedächtnismahl, die Blutmappe für jeden Verkündiger in der Versammlung und viele andere Arbeiten ausdrucken. Falls uns jemand mit Druckpatronen helfen will... wäre für uns hier eine grosse Hilfe :)
Druckpatrone: HP 364 XL Schwarz, Gelb, Cyan (Blau) und Magenta
Wenn wir schon bei der Wunschliste sind :P hihihihi unser Anti Brumm ist fertig, und das ist das einzige Mittel gegen Denguefieber! Schoggi und Pasta können wir auch natürlich immer gut gebrauchen :)!!! Wir danken sehr im Voraus!!!




Und das schönste zum Schluss: Wir sind ab 1. April 2014 als allgemeine Pioniere tätig :-) :-) :-)

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Euch ALLE vermissen wir gaaaanz fest!!! Ganz besonder Papà, Mamma, Nonno, Nonna, Ago, Ramo und Sila!

Adresse:
Rafael Rocha Mariano
Str.: Rua Duque de Caxias 69, Centro.
Ort: Buenos Aires
Kanton: Pernambuco
PLZ: 55845-000
Land: Brasilien